Geschichte


Die ältesten historischen Beweise über das kurländische Herrenhaus Kukšas stammen aus dem Jahr 1530, als am 12. Oktober diesen Jahres der Ordensmeister Walter von Plettenberg den Grundbesitz der Gemeinde Kandava, was den Gebrüdern Jacob–Peter und Klaus Kuck gehörte, an Bernd Tiedewitz verpachtet hat. Und so begann die abwechslungsreiche Geschichte des Herrenhauses – wie die von vielen anderen Gütern des Baltikums.

1695 verkaufte Wilhelm von Tiedewitz Kukšas an den Kanzler von Kurland Friedrich von Brakel. 1746 kam das Herrenhaus in den Besitz von Otto von Hejking, dessen Sohn das weiter an Phillip von Gohr verkaufte. Spätere Besitzer des Herrenhauses wurden Paul Reinhold von Rennenkampf, Pfarrer Bitterling, Christoph Stender und 1822 – Johann Christoph Ernst von Bötticher, dessen Nachfolger verwalteten das Herrenhaus bis zur ländlichen Reform Lettlands.

Im Jahre 1856 wurde weitgehend rekonstruiert – Thekia von Bötticher hat angeordnet, das Herrenhaus vollständig zu renovieren und zu modernisieren. In Folge der Umbauarbeiten haben die modernen Tapeten bis zur heutigen Zeit die künstlerisch wertvollen Wandmalereien versteckt, die zwischen 1780–1800 erstellt worden sind.

Im Herrenhaus Kuksas ist die Mutter des deutschen Schriftstellers Werner von Bergengrün – Helene Anna Mathilde von Bötticher geboren worden, die 1889 in Riga den Dr.med. Paul Emil von Bergengrün heiratete. Werner von Bergengrün lebte in Baden–Baden bis zum seinen Tod 1964. Dr. Luise Hackelsberger, eine von den drei in dieser Ehe geborenen Kindern, reist oft durch das Baltikum, betreut und unterstützt den Wiederherstellungsprozeß im Herrenhaus Kuksas. Wir hatten ein großes Vergnügen, 12 Damastservietten aus ihren Händen zu erhalten, die aus der Mitgift (1896) von Helene von Bötticher kommen. Jetzt sind die nach Hause zurückgekehrt. Zu Ehren des deutsch–baltischen Schriftstellers, trägt einer der Räume den Namen von Bergergrün.

Dank der mehr als ein Meter dicken Kellerwände dieser beeindruckenden Gebäude, geben sie den Besuchern ein gründliches und sicheres Gefühl. Das Herrenhaus wurde direkt am Flussufer aufgebaut. Später wurde auf dem Fluss ein Damm errichtet, um die Mühle mit der notwendigen Wassermenge zu versorgen. Das Gebäude spiegelt sich immer noch majestätisch im Wasser des Flusses. Die Planung der Gebäude mit zwei angebauten Flügeln entspricht einem typischen Landhaus. Von außen sieht man das Gebäude mit zwei Stockwerken, seltsamerweise aber von der Hofseite – nur ein Stockwerk. Das verleiht dem Schloss einen einzigartigen und ungewöhnlichen Akzent.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist in das alte Steingebäude die Kolchoseverwaltung eingezogen. Nach der Wende folgte die Restitution einer lettischen Inhaberin. Danach stand das Gebäude leer, und das führte langsam zur Verschlechterung des Zustandes.

Im Jahre 2000 hat ein Hotelinhaber aus Riga das Herrenhaus gekauft, und langsam begann er das Eigentum zu restaurieren. Das Gebäude wurde zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Eine besondere Bedeutung in dieser Hinsicht haben vier Zimmer, deren Wände und die Decke komplett bemalt worden sind. Es hat fast vier Jahre gedauert, bis es gelungen ist, diese Wandmalereien zu säubern, zu konservieren und danach zu restaurieren. Es geschah alles unter strenger Aufsicht des Denkmalschutzes, und diese Zusammenarbeit war erfolgreich und konstruktiv.

Die Restauratoren haben so viel wie möglich versucht, die Original Teile von Öfen, Parkettböden, alten Türen und Treppen, bis zu alten Fußbodenbrettern und Ziegelboden in der Küche zu wahren. Fenster mussten ersetzt werden. Für jedes Fenster in Übereinstimmung mit dem Original wurden mehr als 70 Teile handgeschmiedet – angefangen von Nägeln bis zu diversen Beschlägen. Das Dach wurde wieder neu mit den alten Dachziegeln gedeckt. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss Wohnfläche wurde fast ihr ursprüngliches Aussehen erhalten, und es wurden auch ihre ursprünglichen Funktionen wieder hergestellt. Das war Dank der Inventarliste des Testaments möglich, was 1855 von Christoph Ernst Bötticher erstellt wurde. Das Verzeichnis gibt uns einen interessanten Überblick über die damalige Raumgestaltung und Ausstattung. Das Projekt haben unterstützt und daran beteiligt waren Professor Imants Lancmanis und Professor Ojārs Spārītis. Derzeit sind alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Die Gebäude erstrahlen wieder im alten Glanz, und erfüllen ihre neuen Funktionen als ein der stilvollsten Landhotels im Baltikum. Das Herrenhaus ist mit so einer Sorgfalt eingerichtet, dass wir den Eindruck bekommen, dass das nie verlassen worden war, als ob die Zeit einfach vorbei gelaufen wäre, ohne eine Spur hinterlassen zu haben.

Daniel Jahn

Landkreis Tukums, Gemeinde Jaunsāti, Kukšas, "Kukšu muiža", LV-3128
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